Für viele Frauen kommt die Verhütung mit der Pille nicht (mehr) in Frage. Doch was sind sichere, hormonfreie Alternativen?

Vielen Frauen der “Generation Pille” ging es wahrscheinlich ähnlich: Mit Eintritt der Pubertät wurde uns die Pille in die Hand gedrückt. Als sicheres Verhütungsmittel. Dass die Pille ein Medikament ist, das gewissenhaft eingenommen werden muss, wurde meist (wenn überhaupt) nur am Rande erwähnt. Hauptsache man wurde nicht schwanger und hatte obendrauf noch eine “schöne Haut”. Mehr war oft nicht wichtig.

Doch ist die Pille wirklich so sicher?

Für die Beurteilung der Sicherheit eines Verhütungsmittels wird der sogenannte Pearl-Index zur Rate gezogen. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 sexuell aktiven Frauen trotz einer bestimmten Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres schwanger werden. Der Index für die Pille liegt bei 0,1-0,9. Klingt zunächst einmal sehr gut, denn je niedriger der Wert, desto sicherer ist die Methode. Was viele jedoch nicht wissen: Der Pearl-Index dient lediglich als eine grobe Orientierung und ist keine feste Kennzahl!

Das liegt daran, dass für die Berechnung des Pearl-Index keinerlei individuelle Faktoren berücksichtigt werden, zum Beispiel wie häufig eine Frau Sex hat oder wie fruchtbar sie ist. Doch nicht nur das: Auch wird nicht berücksichtigt, ob und wie oft das Verhütungsmittel der Wahl falsch angewendet wurde.

Stichwort falsche Anwendung: Die Anwendersicherheit spielt bei Verhütungsmitteln eine sehr große Rolle. Ich muss wissen, wie ich die Pille einnehmen muss, welche Wechselwirkungen entstehen können, wie ein Kondom verwendet wird oder wie ein Hormonring korrekt eingesetzt wird. Weiß ich das nur unzulänglich oder verwendete ich ein Verhütungsmittel falsch, kann der Pearl-Index noch so niedrig sein – es wird mir nichts nützen.

Wie verhüte ich sicher ohne Pille?
Wie verhüte ich sicher ohne Pille?
Wie verhüte ich sicher ohne Pille?

Ist also jedes Verhütungsmittel sicher, sofern die Anwendung korrekt ist?

Eigentlich ja, aber: Es kann trotzdem zu Wechselwirkungen im Körper kommen, die man nicht vorhersehen kann. So können sich zum Beispiel sogar einzelne Lebensmittel auf die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel auswirken. Mir ist es hier nur wichtig, dass Frau (und auch Mann!) weiß, dass alleine der Pearl-Index keine zuverlässige Kennzahl ist, worüber die Entscheidung für oder gegen ein Verhütungsmittel getroffen wird.

Welche hormonfreien Alternativen gibt es?

Kondome Ich glaube, Kondome sind immer die erste Wahl, wenn es um die Frage der hormonfreien Verhütung geht. Hier kommt es auf die Größe an! Ein Kondom muss immer die richtige Größe haben und passgenau sitzen, damit Unfälle, wie Verrutschen oder “Platzen” nicht passieren. Auch die vorsichtige Handhabung und Öffnung der Kondompackung ist sehr wichtig, damit eine Verhütung gewährleistet sein kann! Ansonsten wären Kondome für mich immer die erste Wahl, weil sie als einzige Verhütungsmethode auch vor (Geschlechts-)Krankheiten schützen!

Die Kupferspirale Diese wird genau wie die Hormonspirale direkt in die Gebärmutter gesetzt und wirkt durch die Freisetzung von Kupferionen. Kupferionen hemmen die Beweglichkeit von Spermien und sorgen auch dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht auf eine Einnistung der befruchteten Eizelle vorbereiten kann. Sie kann bis zu fünf Jahre im Körper verbleiben und muss dann ausgewechselt werden.

Die Kupferkette Wirkt nach dem gleichen Prinzip wie die Kupferspirale, wird allerdings am oberen Ende der Gebärmutter befestigt und hängt dann frei in der Gebärmutterhöhle. Sie kann ebenfalls fünf Jahre im Körper verbleiben und jederzeit von einer Fachperson entfernt werden.

NFP – Natürliche Familienplanung NFP ist eine wunderbare Methode, um den eigenen Zyklus kennenzulernen und eine Schwangerschaft zu planen. Du kannst deinen Körper und Zyklus so gut kennenlernen, dass du deine fruchtbaren Tage bestimmen kannst und weißt, wann du theoretisch schwanger werden könntest. NFP ist – gewissenhaft angewandt – (entgegen aller Vorurteile) eine sehr sichere Methode.

Kondome sind eine hormonfreie Alternative und schützen vor Geschlechtskrankheiten
NFP - Natürliche Familienplanung - Super, um den eigenen Zyklus kennenzulernen und die fruchtbaren Tage zu ermitteln.
Verhütung ohne Hormone? Auch mit der Kupferspirale möglich!

Der größte Vorteil hormonfreier Verhütung liegt bereits im Namen: HORMONFREI. Wir fügen unserem Körper keine synthetischen Hormone zu und verhindern somit keine wichtigen Abläufe im Körper. Die natürliche Hormonproduktion wird nicht gehemmt und wir haben keine unerklärlichen Probleme, deren Ursachen oftmals erst nach jahrelanger Suche ans Tageslicht kommen.

Fazit?

Es ist sehr (!) wichtig, dass jede Frau nach eigenem Empfinden und Abwägen entscheidet, ob sie hormonell oder hormonfrei verhüten möchte!

Jedoch werden mit hormonellen Verhütungsmethoden körpereigene, wichtige Funktionen gehemmt, was vor allem in jungen Jahren erhebliche Nachteile haben kann. So kann ein junges Mädchen, dessen Körper während der Pubertät synthetische Hormone zugefügt bekommt, zum Beispiel unter der Pille niemals ihre wahre Sexualität kennenlernen, da die hauseigene Hormonproduktion außer Balance gerät. Viele Pillen wirken nämlich anti-androgen, was dazu führt, dass die Produktion von Testosteron gehemmt wird – Testosteron ist jedoch (unter anderem) sehr wichtig für die Libido!

Was ist deine Erfahrung mit hormoneller Verhütung? Hattest du nach dem Absetzen Probleme?

Fühl dich umarmt,

deine Sina ♡